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Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG 2017)
§ 88c Verordnungsermächtigung zu gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates zur Erprobung von gemeinsamen Ausschreibungen nach § 39i
1.
zu regeln, dass gemeinsame Ausschreibungen durchgeführt werden, an denen Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen teilnehmen können, einschließlich der Anzahl der Ausschreibungen pro Jahr sowie der Gebotstermine und der Verteilung der Ausschreibungsmengen auf die Gebotstermine,
2.
zu regeln, welche Solaranlagen und Windenergieanlagen an Land auch abweichend von § 22 an dieser Ausschreibung teilnehmen können,
3.
auch abweichend von § 22 und den §§ 28 bis 38b zu regeln, wobei die Anforderungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen jeweils unterschiedlich festgelegt werden können,
a)
dass Windenergieanlagen an Land abweichend von § 22 erst nach Erteilung einer Zahlungsberechtigung einen Anspruch auf eine Zahlung nach § 19 haben und Solaranlagen abweichend von § 22 schon aufgrund des Zuschlags einen Anspruch auf eine Zahlung nach § 19 haben,
b)
die Höchstwerte, wobei zur Vermeidung von Überförderungen und zur Berücksichtigung von Netz- und Systemintegrationskosten auch differenzierte Höchstwerte eingeführt werden dürfen,
c)
Ober- und Untergrenzen für die Größe von Anlagen, die an der Ausschreibung teilnehmen können,
d)
Ober- und Untergrenzen für die Gebotsgröße,
e)
Mindestanforderungen an die Eignung der Teilnehmer,
f)
Mindestanforderungen an den Planungs- oder Genehmigungsstand der Anlagen,
g)
finanzielle Anforderungen für die Teilnahme an der Ausschreibung,
h)
die Art und Form von finanziellen Sicherheiten für die Realisierung der Anlagen,
i)
die Art, die Form und das Verfahren sowie den Inhalt der Zuschlagserteilung,
j)
die Voraussetzungen für die Ausstellung von Förderberechtigungen,
k)
die Übertragbarkeit von Zuschlägen vor Inbetriebnahme der Anlage und die Übertragbarkeit von Förderberechtigungen vor der verbindlichen Zuordnung zu einer Anlage einschließlich
aa)
der zu beachtenden Form- und Fristerfordernisse sowie Mitteilungspflichten und
bb)
dem Kreis der berechtigten Personen und Anlagen und den an diese zu stellenden Anforderungen,
l)
welche Nachweise für die Buchstaben a bis k vorzulegen sind,
m)
die Anforderungen an Gebote in den gemeinsamen Ausschreibungen,
4.
auch abweichend von den §§ 5 bis 55a
a)
zu regeln, dass bestimmte Flächentypen oder Regionen als Standorte für Anlagen ausgeschlossen sind oder Mengen einer Technologie oder aller Technologien, die in bestimmten Regionen oder Flächenkategorien zugeschlagen werden, zu begrenzen,
b)
Anforderungen zu stellen, die der Netz- und Systemintegration der Anlagen dienen,
c)
Zu- oder Abschläge gegenüber dem Zuschlagspreis vorzusehen, die die Kosten der Integration der Anlage in das Stromsystem abbilden; dabei kann die Höhe der Zu- und Abschläge insbesondere berücksichtigen,
aa)
in welcher Region die Anlage angeschlossen wird,
bb)
welchen Einfluss sie auf die Netzbelastung hat,
cc)
welches Einspeiseprofil die Anlage hat,
dd)
auf welcher Netzebene die Anlage angeschlossen wird,
ee)
wie viele Anlagen mit einem vergleichbaren Einspeiseprofil in der betroffenen Region bereits installiert sind und
ff)
welche weiteren Kosten die Systemintegration der Anlage verursacht,
d)
die Kriterien für die Zuschlagserteilung insbesondere dahingehend zu regeln, dass für die Reihung der Gebote auch die Kriterien nach Buchstabe c herangezogen werden können,
e)
das Verfahren für die Ermittlung des Zuschlagswerts zu regeln,
f)
die Berechnung von Dauer und Höhe der Zahlung nach § 19 zu regeln,
g)
Einmalzahlungen der Anlagen an den Netzbetreiber für den Anschluss der Anlage an das Netz vorzusehen, die
aa)
mögliche Netzausbaukosten im Einzelfall oder nach typisierten Fallgruppen abbilden und
bb)
die an den Übertragungsnetzbetreiber weitergeleitet werden und dessen EEG-Konto entlasten,
h)
erforderliche Nachweise,
5.
auch abweichend von den §§ 36, 36a, 37, 37a, 55 und 55a Regelungen zu treffen, um die Errichtung, die Inbetriebnahme und den Betrieb der Anlagen sicherzustellen und insbesondere
a)
eine Pflicht für eine Geldzahlung sowie deren Höhe festzulegen, die bei einem Verstoß gegen die Pflicht zur rechtzeitigen Errichtung oder bei einem unzureichenden Betrieb der Anlage anfällt,
b)
Kriterien für den Ausschluss von Bietern oder Anlagestandorten von zukünftigen Ausschreibungen,
c)
zu der Möglichkeit, Zuschläge und Förderberechtigungen nach Ablauf der Realisierungsfristen zu entziehen und
d)
die Beschränkung der Dauer oder Höhe des Vergütungsanspruchs für Anlagen, die gegen die Pflichten für die rechtzeitige Errichtung oder den ordnungsgemäßen Betrieb verstoßen haben.

Fußnote

(+++ § 88c: Zur Nichtanwendung vgl. § 38 Abs. 2 GEEV 2017 +++)
(+++ § 88c: Zur Anwendung vgl. § 2 Abs. 3 GEEV 2017 +++)
(+++ § 88 bis 104: Zur Nichtanwendung vgl. § 32 Abs. 1 GEEV +++)