Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung)
Nichtamtliches InhaltsverzeichnisPflSchAnwV 1992
Ausfertigungsdatum: 10.11.1992
Vollzitat:
"Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 10. November 1992 (BGBl. I S. 1887), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2927) geändert worden ist"
| Stand: | Zuletzt geändert durch Art. 2 V v. 20.12.2011 I 2927 |
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Fußnote
(+++ Textnachweis ab: 22.11.1992 +++)Die V wurde auf Grund d. § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 6, 8, 9, 11 bis 15, auch iVm § 42 Satz 1, G v. 15.9.1986 I 1505 und auf Grund des § 7 Abs. 1 und 2 G v. 15.9.1986 I 1505 iVm Art. 56 G v. 18.3.1975 I 705 u. dem Organisationserlaß v. 23.1.1991 I 530 als Art. 1 V v. 10.11.1992 I 1887 vom Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit den Bundesministern für Wirtschaft, für Gesundheit und für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und mit Zustimmung des Bundesrates erlassen. Sie ist gem. Art. 4 Satz 1 V v. 10.11.1992 I 1887 am 22.11.1992 in Kraft getreten.
(+++ Amtlicher Hinweis des Normgebers auf EG-Recht:
Beachtung der
EWGRL 189/83 (CELEX Nr: 31983L0189) vgl. V v. 24.1.1997 I 60
Beachtung der
EGRL 34/98 (CELEX Nr: 31998L0034) vgl. V v. 23.7.2003 I 1533 +++)
Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 1 aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, dürfen nicht angewandt werden.
Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 2 aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, dürfen nur angewandt werden, soweit dies nach Spalte 3 zulässig ist.
(1) Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 3 Abschnitt A aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, dürfen nicht angewandt werden, soweit dies nach Spalte 3 verboten ist.
(2) Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 3 Abschnitt B aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, dürfen nicht in Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten angewandt werden, soweit nicht
- 1.
- sich aus Spalte 3 etwas anderes ergibt oder
- 2.
- das Pflanzenschutzmittel in Unkrautstäben, gebrauchsfertig in Sprühdosen, zur Anwendung nach Wasserzugabe in Handzerstäubern oder als Stäbchen oder Zäpfchen zur Anwendung an Topfpflanzen in den Verkehr gebracht wird oder
- 3.
- eine Anwendung in der Schutzregelung ausdrücklich gestattet ist.
(3) Die zuständige Behörde kann anordnen, daß Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 2 Nummer 2, 3 und 5 oder in Anlage 3 Abschnitt B aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, auch außerhalb von Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten in bestimmt abgegrenzten
- 1.
- Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen oder Heilquellen oder
- 2.
- sonstigen Gebieten zum Schutz des Grundwassers
Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 4 aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten und deren Anwendung auf einer Freilandfläche vorgesehen ist, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt wird, dürfen nur dann an einen anderen abgegeben werden, wenn dem Abgebenden zuvor eine dem anderen erteilte Genehmigung nach § 6 Abs. 3 des Pflanzenschutzgesetzes vorgelegt worden ist.
Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 2 oder 3 aufgeführten Stoff bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, dürfen in Naturschutzgebieten, Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern und gesetzlich geschützten Biotopen im Sinne des § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes nicht angewandt werden, es sei denn, daß eine Anwendung in der Schutzregelung ausdrücklich gestattet ist oder die Naturschutzbehörde die Anwendung ausdrücklich gestattet.
(1) Pflanzgut, in oder auf dem ein Pflanzenschutzmittel vorhanden ist, das aus einem in Anlage 1 aufgeführten Stoff besteht oder einen solchen Stoff enthält, darf nicht eingeführt werden.
(2) Saat- oder Pflanzgut oder Kultursubstrat, in oder auf dem ein Pflanzenschutzmittel vorhanden ist, das aus einem in Anlage 2 aufgeführten Stoff besteht oder einen solchen Stoff enthält, darf nicht eingeführt werden. Dies gilt nicht, soweit nach Anlage 2 Spalte 3 die Anwendung des Stoffes zur Behandlung des Saat- oder Pflanzgutes oder Kultursubstrats ausdrücklich zulässig ist und nicht der Zustimmung der zuständigen Behörde bedarf.
Im Rahmen der §§ 1 bis 4 bleiben produktionstechnisch bedingte, geringfügige Verunreinigen mit in den Anlagen aufgeführten Stoffen unberücksichtigt, soweit dadurch nicht der Schutz der menschlichen Gesundheit oder die Abwehr von Gefahren, insbesondere für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt, beeinträchtigt wird.
(1) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kann die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln außerhalb von Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten sowie die Einfuhr von Saat- oder Pflanzgut oder Kultursubstrat in Einzelfällen abweichend von den §§ 1 bis 3 und 5 für Forschungs-, Untersuchungs- oder Versuchszwecke genehmigen.
(2) Die zuständige Behörde kann im Einzelfall genehmigen, daß
- 1.
- in Gewächshäusern oder ähnlich geschlossenen Systemen abweichend von
- a)
- § 2 Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 2 aufgeführten Stoff, der in Wasserschutzgebieten oder Heilquellenschutzgebieten nicht angewandt werden darf,
- b)
- § 3 Abs. 2 Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 3 Abschnitt B aufgeführten Stoff
bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, in einem Wasserschutzgebiet oder Heilquellenschutzgebiet angewandt werden, soweit durch Schutzvorkehrungen sichergestellt ist, daß die Pflanzenschutzmittel oder ihre Abbauprodukte nicht abgeschwemmt werden oder in das Erdreich versickern können; - 2.
- im Einvernehmen mit der nach Wasserrecht zuständigen Behörde abweichend von
- a)
- § 2 Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 2 aufgeführten Stoff, der in Wasserschutzgebieten oder Heilquellenschutzgebieten nicht angewandt werden darf,
- b)
- § 3 Abs. 2 Pflanzenschutzmittel, die aus einem in Anlage 3 Abschnitt B aufgeführten Stoff
bestehen oder einen solchen Stoff enthalten, in einem Wasserschutzgebiet oder Heilquellenschutzgebiet angewandt werden, wenn sichergestellt ist, daß dadurch der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier und der Schutz des Grundwassers und des Naturhaushalts nicht beeinträchtigt wird.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b des Pflanzenschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
- 1.
- entgegen § 1, § 2, § 3 Abs. 1 oder 2 oder § 4 ein Pflanzenschutzmittel anwendet,
- 2.
- (weggefallen)
- 3.
- entgegen § 3a ein Pflanzenschutzmittel abgibt oder
- 4.
- entgegen § 5 Abs. 1 oder 2 Satz 1 Pflanzgut, Saatgut oder Kultursubstrat einführt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c des Pflanzenschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer vollziehbaren Anordnung nach § 3 Abs. 3 zuwiderhandelt.
Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 1534
| Nummer | Stoff |
|---|---|
| 1 | 2 |
| 1 | Acrylnitril |
| 2 | Aldrin |
| 3 | Aramit |
| 4 | Arsenverbindungen |
| 5 | Atrazin |
| 6 | Binapacryl |
| 7 | Bleiverbindungen |
| 8 | Bromacil |
| 9 | Cadmiumverbindungen |
| 10 | Captafol |
| 11 | Carbaryl |
| 12 | Chlordan |
| 13 | Chlordecone (Kepone) |
| 14 | Chlordimeform |
| 15 | Chloroform |
| 16 | Chlorpikrin |
| 17 | Crimidin |
| 18 | DDT (1,1,1-Trichlor-2,2-bis(4-chlorphenyl) -ethan und seine Isomeren) |
| 19 | 1,2-Dibromethan |
| 20 | 1,2-Dichlorethan |
| 21 | 1,3-Dichlorpropen |
| 22 | Dicofol mit einem Gehalt von weniger als 780 g je kg p.p'-Dicofol oder mehr als 1 g je kg DDT oder DDT-Verbindungen |
| 23 | Dieldrin |
| 24 | Dinoseb, seine Acetate und Salze |
| 25 | Endrin |
| 26 | Ethylenoxid |
| 27 | Fluoressigsäure und ihre Derivate |
| 28 | HCH, technisch |
| 29 | Heptachlor |
| 30 | Hexachlorbenzol |
| 31 | Isobenzan |
| 32 | Isodrin |
| 33 | Kelevan |
| 34 | Lindan |
| 35 | Maleinsäurehydrazid und seine Salze, andere als Cholin-, Kalium- und Natriumsalz |
| 36 | Maleinsäurehydrazid-Cholin-, -Kalium- und Natriumsalz mit einem Gehalt von mehr als 1 mg je kg freies Hydrazin, ausgedrückt als Säureäquivalent |
| 37 | Morfamquat |
| 38 | Nitrofen |
| 39 | Pentachlorphenol |
| 40 | Polychlorterpene |
| 41 | Quecksilberverbindungen |
| 42 | Quintozen |
| 43 | Selenverbindungen |
| 44 | 2,4,5-T |
| 45 | Tetrachlorkohlenstoff |
Nichtamtliches InhaltsverzeichnisAnlage 2 (zu den §§ 2, 4 und 5 Abs. 2)
Anlage 2 (zu den §§ 2, 4 und 5 Abs. 2)
Eingeschränktes Anwendungsverbot
(Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 1535)
| Nummer | Stoff | Anwendung nur zulässig |
| 1 | 2 | 3 |
| 1 | Blausäure und Blausäure entwickelnde Verbindungen | zur Begasung
|
| 2 | Deiquat |
|
| 3 | Methylbromid (Monobrommethan) |
|
| 4 | Paraquat |
|
| 5 | Phosphorwasserstoff entwickelnde Verbindungen, ausgenommen Zinkphosphid als rodentizides Ködermittel | zur Begasung
|
| 6 | Schwefelkohlenstoff | zur Bodenbehandlung im Weinbau gegen Befallsherde der Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae Fitch), nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde. |
| 7 | Thallium-I-sulfat | in geschlossenen Räumen. |
| 8 | Zinkphosphid | in Ködern; außerhalb von Forsten nur in verdeckt ausgebrachten Ködern. |
(Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 1536 - 1537;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
| Nummer | Stoff | Besondere Bestimmungen | |
| 1 | 2 | 3 | |
| Abschnitt A | |||
| 1 | Amitrol | Die Anwendung ist verboten
| |
| 2 | Daminozid | Die Anwendung an Pflanzen, die zur Erzeugung oder Herstellung von Lebensmitteln bestimmt sind, ist verboten. | |
| 3 | Diuron | Die Anwendung ist verboten
| |
| 4 | Glyphosat | ) | Die Anwendung ist verboten |
| 5 | Glyphosat-Trimesium | ) |
|
| 6 | Quarzmehl | Die Anwendung in Vorräten von Getreide und Räumen, die der Lagerung von Getreide dienen, ist verboten. | |
| Abschnitt B | |||
| 1 | Alloxydim | ||
| 2 | Asulam | ||
| 3 | Benalaxyl | ||
| 4 | Benazolin | ||
| 5 | Bendiocarb | ||
| 6 | Calciumcarbid | ||
| 7 | Chloramben | ||
| 8 | Chlorthiamid | ||
| 9 | Cyanazin | ||
| 10 | Diazinon | ||
| 11 | Dichlobenil | ||
| 12 | Dikegulac | ||
| 13 | Ethidimuron | ||
| 14 | Ethiofencarb | ||
| 15 | Ethoprophos | ||
| 16 | Etrimfos | ||
| 17 | Flamprop | ||
| 18 | Hexazinon | ||
| 19 | Isocarbamid | ||
| 20 | Karbutilat | ||
| 21 | Mefluidid | ||
| 22 | Methamidophos | Die Beschränkung gilt nur für die Anwendung als Gießmittel. | |
| 23 | Methomyl | ||
| 24 | Monochlorbenzol | ||
| 25 | Natriumchlorat | ||
| 26 | Nitrothal-isopropyl | ||
| 27 | Obstbaumkarbolineum (Anthracenöl) | ||
| 28 | Oxadixyl | ||
| 29 | Oxamyl | ||
| 30 | Oxycarboxin | ||
| 31 | (weggefallen) | ||
| 32 | Propachlor | ||
| 33 | Propazin | ||
| 34 | Prothoat | ||
| 35 | S 421 (Synergist) | ||
| 36 | Sethoxydim | ||
| 37 | Simazin | ||
| 38 | TCA | ||
| 39 | Tebuthiuron | ||
| 40 | Terbacil | ||
| 41 | Terbumeton | ||
| 42 | Thiazafluron | ||
| 43 | Thiofanox |
Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 1538
| Nummer | Stoff |
|---|---|
| 1 | 2 |
| 1 | Diuron |
| 2 | Glyphosat |
| 3 | Glyphosat-Trimesium |
